Geregelter Modulaustausch mit Karls-Universität Prag, Thema: Cities of Exile: Prag-Zürich
Steckbrief
| Föderlinie | global_innovation |
|---|---|
| Jahr | 2022 |
| Fakultät / Lehrstuhl | PhF / Slavisches Seminar |
| Projektleitende | Prof. Dr. Sylvia Sasse, PD Dr. Tomáš Glanc, Dr. des. Gianna Frölicher |
Projektbeschrieb
Innovative Projektidee
Die langjährige Zusammenarbeit des Slavischen Seminars mit Kolleg:innen aus Prag (Bohemistik, Slavistik, Osteuropastudien, Komparatistik) in Forschung und gemeinsamer Lehre soll durch das gemeinsame Lehr-Projekt (zwei Module) langfristig institutionalisiert werden. Minimalziel des Projekts ist eine Vereinbarung mit Prag für einen auf Dauer angelegten Modulaustausch, der eine Mindestlaufzeit ausweist. Der Austausch beinhaltet zwei Module, ein gemeinsam konzipiertes und unterrichtetes hybrides Zoom-Modul und ein Projektmodul, das eine projektbezogene Studierendenbetreuung in Zürich und Prag ermöglicht (z.B. Archivrecherche, Feldforschung, Oral History). Thematisch stehen die kulturellen Effekte von Migration und Flucht aus bzw. innerhalb von Osteuropa im Mittelpunkt der Module. Beide Städte – Prag und Zürich – sind wichtige Zentren des osteuropäischen politischen Exils, von Flucht und Arbeits-Migration und verfügen über entsprechende Archive, Bibliotheken und Forschungsexpertise auf diesem Gebiet. Geprüft wird in der Förderzeit ebenfalls die Einrichtung eines Double Degree mit den Osteuropastudien oder der Slavistik in Prag. Das Slavische Seminar verfügt bereits jetzt über geeignete Module, die das Angebot flankieren und sich langfristig für einen geregelten Modulaustausch und einen Double Degree eignen: „Sommerschule Slavistik“, die sich der Mehrsprachigkeit in Osteuropa und der slavischen Exophonie in der Schweiz widmet und entweder in Zürich oder in einer Region der slavischen Mehrsprachigkeit stattfindet (2024 in Tschechien) und eine regelmässig stattfindende RVL auf Zoom zu einem aktuellen Thema (2021: „Belarus bewegt“, 2022 „Den Krieg dokumentieren. Ukraine 2014-2022“, 2024 „Desinformation“).
Die Innovation besteht in einem gemeinsam unterrichteten hybriden Modul auf Zoom und einem Projektmodul, das betreute, aber individuelle Recherche und neue Horizonte für studentische Arbeiten ermöglicht.
Mehrwert für die Studierenden und die Lehre
Die Kooperation mit der Karlsuniversität in Prag ist seit Jahren eine attraktive Möglichkeit für Studierende der Zürcher Slavistik und Osteuropastudien, Osteuropaerfahrung im Austausch und vor Ort zu gewinnen. Seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine hat die bestehende Kooperation für uns zusätzlich an Relevanz gewonnen, weil kein Austausch mit Russland, Belarus und der Ukraine in nächster Zeit und Lehrkooperationen mit Russland und Belarus komplett sistiert worden sind. Ein Exilort wie Prag ist deshalb nicht nur für die bohemistische Forschung, sondern auch für die russistische: in Prag wurde an der Karls-Universität das Boris Nemzov-Zentrum für Russlandstudien gegründet. Die Studierenden der Slavistik und Osteuropastudien sammeln durch das Lehrprojekt (2 Module) zusätzliche internationale Erfahrung in einem Kerngebiet der Slavistik, profitieren von der internationalen Lehre durch die Beteiligung von Kolleg:innen aus Prag, bekommen einen Einblick in Bereiche wie Filmwissenschaft, Populärkultur oder Medienwissenschaft, die Teil der Prager Osteuropastudien sind, verbessern ihre Sprachkompetenz in Tschechisch, treten in Kontakt mit Studierenden der Slavistik und Osteuropastudierenden aus der ganzen Welt (Prag ist ein internationales Zentrum für Osteuropastudien).