UZH Innovathon
Steckbrief
| Föderlinie | transdisciplinary_innovation |
|---|---|
| Jahr | 2022 |
| Fakultät / Lehrstuhl | School for Transdisciplinary Studies |
| Projektleitende | Svantje Tauber, Prof. Dr. Anja Schulze, Dr. Claudia Röösli |
Innovative Projektidee
Inter- und transdisziplinäres Arbeiten und Denken ist in vielen Bereichen der Arbeitswelt heute Realität und Anspruch geworden. Das im Jahr 2021 neu konzipierte Lehrformat „UZH Innovathon“ bringt Studierenden inter- und transdisziplinäre Sicht- und Herangehensweisen nahe und bietet eine erste Möglichkeit zur Anwendung dieser neu erworbenen Fähigkeiten. Die Studierenden erhalten fachlichen Input zu einem interdisziplinären Themenfeld von Lehrenden diverser Fakultäten der UZH. In interdisziplinären Teams arbeiten sie daraufhin während eines Design Sprints an realen, von externen Partnern (Firmen oder andere Organisationen) eingebrachten offenen Aufgabenstellungen (= Challenges) und entwickeln innovative Lösungen dazu.
Das Lehrformat mit dem kreativen Design Sprint als Kern gibt nicht nur Studierenden eine einzigartige Möglichkeit, eine tiefere Einsicht in die grösseren Herausforderungen der Wirtschaft zu bekommen, sondern bildet darüber hinaus eine aktive Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Ideenentwicklung soll sowohl auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren wie auch gezielt die Herausforderungen der Praxiswelt adressieren. Somit hat der UZH Innovathon einen klar transdisziplinären Charakter. Das neue Format ist zudem ein wichtiger Teil der Aktivitäten des UZH Innovation Hubs zur Förderung von Digital Innovation, einem der strategischen Innovationsthemen der UZH.
Im Jahr 2021 wurde das von der DSI Community Mobility und dem UZH Innovation Office entwickelte Format zum ersten Mal realisiert in Form des: «Innovathon: The Digitalization of Mobility”. Die Digitalisierung der Mobilität ist ein Bereich mit stark interdisziplinären Herausforderungen, da die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung für eine effizientere und nachhaltigere Mobilität wesentlich von den Entwicklungen und der Ko-evolution verschiedener Disziplinen abhängt. Dazu gehören Data Science mit der big data-Herausforderung, Gesetzgebung (z.B. Regulationen für Drohnen oder Luft-Taxis), Geografie („mobility analytics“), Medical & Health Sciences (z.B. mobile Gesundheitsversorgung), Informatik, Sozialwissenschaften (z.B. Akzeptanz von autonomen Fahrzeugen), Nachhaltigkeit (z.B. Evaluation von Einfluss auf die Umwelt), Betriebswirtschaft (z.B. neue Geschäftsmodelle) und Ethik (z.B. Entscheidungen durch autonome Systeme und deren
Konsequenzen).
Zur Konzeption, Entwicklung und Umsetzung des “Innovathon: The Digitalization of Mobility” haben nahezu alle Mitglieder der DSI Community Mobility beigetragen. Die Community umfasst über 30 Forschende aus fünf UZH Fakultäten. Diese übernahmen die Planung und Umsetzung des Lehrteils (Teaching-Sessions), initiierten zusammen mit dem UZH Innovation Office die Zusammenarbeit mit den externen Partnern, inkl. der Erarbeitung der Challenges. Die Forschenden begleiteten die Studierende auch als Mentor*innen während des Design Sprints und bewerteten die geforderten Leistungsnachweise.
Neben dem Mitwirken an der Konzeption und Entwicklung des Formates war das UZH Innovation Office mit seiner Expertise im Bereich Innovation und Unternehmertum insbesondere für den Design Sprint, das Initiieren der Zusammenarbeit mit externen Partnern, die Unterstützung bei der Entwicklung der Challenges, die Kommunikation sowie die Förderung der Weiterentwicklung der im Design Sprint erarbeiteten Ideen nach dem UZH Innovathon zuständig.
Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung des UZH Innovathons (über Fakultätsgrenzen hinweg) und um den Zugang zu diesem Lehrformat Studierenden aus allen Fachrichtungen zu ermöglichen, wurde er in die School of Transdisciplinary Studies (STS) aufgenommen.
Bei der erstmaligen Durchführung des UZH Innovathons 2021 wirkten sechs externe Partner aus der Privatwirtschaft mit. Unter anderem suchte damals die SBB innovative Ideen, um die Sicherheit in Zügen zu verbessern, Siemens Mobility interessierte sich für bessere Kombinationsmöglichkeiten von Verkehrsmitteln und die Car-Sharing-Organisation Mobility suchte nach einem besseren Service für automotorisierte Stadt-Land-Pendler.
Der UZH Innovathon bringt die verschiedenen Akteure – Forschende, Lehrende, Studierende
und Praxispartner - zusammen und ermöglicht eine fruchtbare Zusammenarbeit mit
Mehrwert für alle Beteiligten.
Mehrwert für die Studierenden und die Lehre
- Einführung in die Thematik der Digitalisierung der Mobilität aus der Perspektive der verschiedenen Disziplinen (wie z.B. Geografie, Informatik, Ethik, Recht oder Wirtschaft); verstehen welche Voraussetzungen nötig sind, um mittels Digitalisierung Ziele wie eine nachhaltigere und effizientere Mobilität zu ermöglichen; verstehen, welche (gewünschten und ungewünschten) Implikationen die Digitalisierung der Mobilität mit sich bringen kann.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit konkret erleben: Vorbereitung der Studierenden auf die Arbeitswelt indem sie nicht nur (aber auch) theoretisch von Interdisziplinarität hören, sondern diese auch erfahren, indem sie in interdisziplinären Teams und begleitet durch Forschende verschiedener Fachrichtungen die Aufgabenstellung bearbeiten und ihre Erfahrungen reflektieren.
- Überfachliche Kompetenzen erlernen/ausbauen: Teamwork; fachübergreifenden Dialog; kritische Reflexion; Einnehmen neuer Perspektiven (andere Fachrichtungen, Industrie, Kunde); Fähigkeiten im Bereich Kommunikation und Präsentation (Pitch-Präsentation)
- Einen strukturierten Innovationsprozess basierend auf ihren Lösungsideen durchlaufen, geführt vom UZH Innovation Office. Studierende sollen dabei für innovative Prozesse und Möglichkeiten im Bereich Entrepreneurship sensibilisiert werden, und wichtige Methoden für zukünftige Problemlösungssituationen mitnehmen. Diese Erfahrungen sind besonders relevant für eine Gesellschaft und ein Land mit wenig natürlichen Ressourcen, für das Innovation besonders wichtig ist.
- Die Möglichkeit haben an reellen Herausforderungen zu arbeiten und dabei aktiv einen praktischen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft zu leisten. Die entwickelten Ideen können entweder von den Studierenden selbst oder von (in Zusammenarbeit mit) den Firmen weiterverfolgt und umgesetzt werden.
- Karriere-relevanten Netzwerke durch Kontakte zu den mitwirkenden Firmen erweitern im Hinblick auf akademische Arbeiten, Praktika, Anstellungen etc.